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Relative Luftfeuchte

Relative Luftfeuchte
& Container Regen

Klimatische Bedingungen

Größere Mengen von Schwitzwasser können in geschlossenen Containern immer auf die Ware und/oder ihre Verpackung (bzw. den Containerboden, soweit er aus Holz besteht) zurückzuführen.

Vor direkter Wassereinwirkung schützen Boxcontainer jedoch nicht, denn sie sind nur spritzwassergeschützt, nicht aber wasserdicht.

Wenn ein Container im offenen Gelände geladen wird, besteht bei feuchtem Wetter die Gefahr, dass durch die Ladegeräte oder das Ladepersonal Feuchtigkeit in den Container gebracht wird.

Schwitzwasser entsteht also, wenn auf irgendeine Art mit der Ware Feuchtigkeit in den Container gelangt. Durch hohe Temperaturen im Container und damit einhergehender niedriger Luftfeuchtigkeit geben die Waren Feuchtigkeit an die Luft ab. Dieser Wasserdampf kondensiert an den Containerwänden, wenn diese nachts abkühlen. Untersuchungen zeigen, dass es, ausgehend von einem trockenen Container, zu einer stufenweisen Erhöhung der Schwitzwasserkondensation kommt, die nach einigen Tagen ihr Maximum erreicht.  

Wenn kein Luftaustausch in dem Container stattfindet, können Ladungen erhebliche Schäden nehmen oder verderben, sobald die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit während des Transportes ein unverträgliches Maß erreichen.

Die CTU-Richtlinien weisen auf die negativen Einflüsse von Änderungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei Containerladungen hin. Auf längeren Reisen können die herrschenden klimatischen Bedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit etc.) erheblich schwanken. Dies kann sich auf die Innenraumbedingungen innerhalb einer CTU in der Weise auswirken, dass es auf der Ladung oder auf den Innenflächen zur Kondensation kommt (Schwitzwasserbildung). Besteht die Möglichkeit, dass durch Kondensation ein Schaden an der Ladung entstehen kann, so ist fachmännischer Rat einzuholen.

1. Während des Transports sind die Güter dem Einfluss von Umweltbedingungen ausgesetzt (z. B. Temperatur- und Feuchtigkeitsänderungen, besonders wenn sie als zyklische Schwankungen auftreten). Die hierbei möglicherweise entstehenden Kondensationsvorgänge können zu diversen Schäden führen wie z. B. Oxidation, Verfärbung, Ablösen von Kennzeichen, Zerstörung von Hartpappe-Verpackungen oder Schimmelbildung.

2. Durch Sonneneinstrahlung können im Inneren der CTU wesentlich höhere Temperaturen als außerhalb entstehen (Aufheizen). Nachts können die Temperaturen durch Abstrahlung deutlich unter die Außentemperaturen absinken. Daraus ergibt sich, dass in der Nähe der Innenoberflächen der CTU die Temperaturschwankungen größer sind als außerhalb.

3. Güter, die dicht an den Wänden oder am Dach gestaut sind, sind den Veränderungen durch das Außenklima wesentlich stärker ausgesetzt als Güter im Zentrum der CTU. Man sollte deshalb den Rat von Fachleuten einholen, wenn der mögliche Umfang von Temperaturschwankungen und die volle Tragweite dieser Einflüsse auf die Ladung nicht abgeschätzt werden können.

4. Unter den genannten Umständen kann sich Schwitzwasser entweder auf der Oberfläche des Ladegutes (Ladungsschweiß) oder an der Innenoberfläche der CTU (Containerschweiß) bilden. Dies kann sowohl während des Transports als auch beim Öffnen geschehen.

5. Folgende hauptsächliche Faktoren führen zur Bildung von Kondensation in einer CTU:

5.1

Feuchtigkeitsquellen innerhalb einer CTU, die in Abhängigkeit von den umgebenden Temperaturbedingungen den Feuchtigkeitsgehalt der Luft in der CTU beeinflussen;

5.2

Unterschiede zwischen der Lufttemperatur in der CTU und der Temperatur entweder an der Oberfläche der Ladung oder an den Innenoberflächen der CTU; und

5.3

Temperaturveränderungen an den Außenoberflächen der CTU, die beide oben genannten Faktoren beeinflussen.

6. Wird die Luft in der CTU erwärmt, so nimmt sie Feuchtigkeit aus der Verpackung oder aus anderen Quellen auf. Die Abkühlung der Luft unter den Taupunkt* verursacht die Bildung von Schwitzwasser.

7. Kühle Luft außerhalb der CTU bewirkt bei hoher Luftfeuchtigkeit innerhalb der CTU, dass die Temperatur der Oberfläche unter den Taupunkt der Luft im Inneren fällt. Es bildet sich Schwitzwasser an den Innenoberflächen der CTU; anfangs unter dem Dach, das dann auf die Ladung tropft. Bildet sich wiederholt Ladungs- oder Containerschweiß, so können sich die Schäden vergrößern.

8. Schwitzwasser kann sich auch unmittelbar nach dem Öffnen einer CTU bilden, wenn die Luft innerhalb der CTU feucht und die Luft außerhalb relativ kalt ist. Solche Bedingungen können Nebel oder sogar Niederschläge erzeugen. Da dieses Phänomen aber gewöhnlich nur einmal auftritt, ergeben sich daraus selten ernste Schädigungen.

9. Das Risiko des Eintritts von Schäden und gefährlichen Situationen** kann dadurch verringert werden, dass der Feuchtigkeitsgehalt von Versandstücken und Sicherungsmaterial niedrig gehalten wird.

Das Sea Dry Container-Trockenmittel besteht aus einer wasserdampfdurchlässigen Hülle und einer transparenten PE-Folie zum Schutz vor Feuchtigkeitsübertragung. Die Beutel sind mit dem Salz Calciumchlorid und einem Bindemittel gefüllt und wiegen jeweils 100g. Sie sind als Kette hintereinander aufgereiht. Das Calciumchlorid zieht das Wasser aus der Luft, welches dann von dem Bindemittel in eine gelartige Masse umgewandelt wird. 

Die Sea Dry-Kettenbeutel haben sowohl einen Haken zum Aufhängen in den Ösen der Container (Lash-Haken), als auch Klebepunkte zum Aufkleben. Somit sind die Kettenbeutel individuell anbringbar, sowohl im Container als auch direkt an der Ladung. Die 600g-Version enthält drei Klebepunkte und die 1.200g-Version sechs.  

Die Sea Dry-Decke besteht aus 20 Einzelbeuteln, die jeweils 100g Füllmittel enthalten. Sie wird auf die Ladung gelegt und mit 12 Klebepunkten fixiert. Somit kann man schon bei der Beladung die Ware einfach und sicher schützen.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Teil des Containerhandbuches über "Die Ware im Container" von Frau Doz. Dr. Phil. habil. Renate Scharnow.